Deutsches Institut für Normung e. V.

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Norm-Entwurf DIN 5008 "Schreib- und Gestaltungsregeln" für die Textverarbeitung" am 2009-12-14 erschienen

Dieser Norm-Entwurf wurde vom Normenausschuss Informationstechnik und Anwendungen (NIA), Arbeitsausschuss NA 043-03-01 AA „Textverarbeitung“ erarbeitet und wird der Fachöffentlichkeit zur Stellungnahme bis zum 2010-04-14 vorgelegt.


Das neue Online-Portal für Norm-Entwürfe des DIN (www.entwuerfe.din.de) bietet einen kostenfreien Online-Zugang zu aktuellen Norm-Entwürfen und die Möglichkeit, online Stellungnahmen zu den Norm-Entwürfen abzugeben. Für alle Experten, die Inhalte einer Norm mit gestalten möchten, ist dies ein neuer Weg, ihre Kommentare und Änderungsvorschläge einzubringen.

Die Norm-Entwürfe im Portal werden abschnittsweise wiedergegeben und sind für die Darstellung im Internet optimiert, um die interaktive Nutzung der Inhalte zu vereinfachen. Bei Bedarf können gedruckte oder elektronische Norm-Entwurfsdokumente weiterhin über den Beuth Verlag erworben werden. Über einen Link ist diese Option komfortabel als Zusatzfunktion erreichbar.

Kommentare können auch weiterhin elektronisch als Tabelle eingereicht werden. Die Vorlage für diese Tabelle kann abgerufen werden unter: www.din.de/stellungnahme. Bitte senden Sie die ausgefüllte Tabelle dann per E-Mail an: nia@din.de.

Was ist Inhalt dieses Norm-Entwurfs?

Die „Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung“ sind aus bewährten Erfahrungen der Praxis und Erkenntnissen der Rationalisierung entstanden. Die Regeln setzen den Schriftzeichenbestand der Normen für alphanumerische Tastaturen für die Daten- und Textverarbeitung sowie für Schreibmaschinen voraus.

Für die Rechtschreibung und Zeichensetzung gilt „Die amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung“ in der Fassung mit Gültigkeit ab 2006-07-01. In einzelnen Fällen weichen die „Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung“ von den Festlegungen für den Schriftsatz ab. Das ist bedingt durch die bei Büromaschinen mit alphanumerischer Tastatur festliegenden Schriftzeichen und deren Anwendung.

Diese Norm legt nicht fest, „was“ zu schreiben ist, sondern „wie“ ein vorgegebener Inhalt dargestellt werden soll.

Der Wortlaut der Beispiele ist frei gewählt. Aus den Musteranschriften im Anhang D und den Anwendungsbeispielen im Anhang E dürfen keine zusätzlichen Regeln abgeleitet werden.

Warum wird die Norm jetzt überarbeitet?

Im April 1949 erschien die erste Ausgabe von DIN 5008 unter dem Titel "Regeln für Maschineschreiben". Es folgten Neuausgaben in den Jahren 1951, 1963, 1975, 1986, 1996 und schließlich 2001. Im Mai 2005 wurde eine Neuausgabe herausgegeben, in die nur  Änderungen zum Anschriftenfeld berücksichtigt wurden. Diese gingen auf einen Änderungsantrag der Deutschen Post AG zurück, die Leerzeile in der Anschrift wegfallen zu lassen. Der Antrag war im Wesentlichen damit begründet, dass

  • eine Vereinheitlichung der nationalen und internationalen Aufschrift erreicht werden soll (europäisch und international wird keine Leerzeile in der Anschrift verwendet),
  • im Bereich der elektronischen Frankierung (z. B. 2D-Matrix-Code) der Verzicht auf die Leerzeile bereits umgesetzt ist,
  • bei Wegfall der Leerzeile aufgrund einer verbesserten Anschriftenerkennung eine höhere Quote maschinell bearbeiteter Briefsendungen erreicht werden kann.
Diese Regelung hat sich in der Praxis bewährt und soll beibehalten werden. Der nunmehr vorgelegte Norm-Entwurf für eine Neuausgabe der Norm, die für 2010 vorgesehen ist, verfolgt vor allem das Ziel, die Festlegungen aus DIN 676 zu integrieren und weitere Aspekte der Textgestaltung aufzunehmen, die im heutigen Büroalltag häufig vorkommen. So wurden neue Abschnitte zu Diagrammen und Längeren Texten erarbeitet und eingefügt.

Aus zwei mach eins – DIN 676 (Vordrucke) und DIN 5008 (Schreib- und Gestaltungsregeln) jetzt in einem Dokument

Über viele Jahre gab es die DIN 676 als gesonderte Norm „Geschäftsbriefe – Einzelvordrucke und Endlosvordrucke“. Die Ursprünge dieser Norm waren geprägt davon, dass die Gestaltung von Briefvordrucken vollständig getrennt war von der Nutzung dieser Vordrucke durch Beschreiben – nach den Regeln der DIN 5008.

Schon die letzten Fassungen der DIN 5008 nehmen intensiv Bezug zur DIN 676, da mit Fortschreiten der Technik die strikte Trennung von Briefvordruck und -beschriftung immer weiter aufgehoben wurde. Diesem Zusammenwachsen soll nun in der Neuausgabe mit der vollständigen Integration der DIN 676 Rechnung getragen werden. Damit können Verweise und Wiederholungen vermieden und ein in sich schlüssiges Gesamtregelwerk etabliert werden. Dazu wurde DIN 676:1995-05 als Abschnitt 16 in die DIN 5008:2005-05 eingearbeitet und ergänzend dazu den Abschnitt 17 (vormals 14) „Beschriftung von Briefblättern“ angepasst.

Tschüss Schreibmaschine – Was ändert sich noch?

Darüber hinaus soll der nun fast vollständigen Ablösung der Schreibmaschine durch die Textverarbeitung Rechnung getragen werden, in dem Folgendes vorgeschlagen wird:
a)   bei Hervorhebungen (bisher Abschnitt 13, neu Abschnitt 11) die Möglichkeit zur Zeichenformatierung (z. B. durch Fettschrift oder Farbe) als Vorzugsvariante gegenüber dem Unterstreichen zu nennen
b)   den bisherigen Abschnitt 7.8 zu "Unterführungszeichen statt Wortwiederholung" zu streichen
c)   in Abschnitten 16.3 (bisher Abschnitt 6 in DIN 676), 17.8 (bisher: 14.8) und Anhang E die Bedeutung des Informationsblocks hervorzuheben,
d)   im Anhang B (Tabelle B.1) als maximales Zeilenende im Textblock 15,0 mm statt 8,1 mm einzuhalten.

Jetzt auch mit Beispielen für Master und Bachelor und der Rechtschreibung von 2006

In Abschnitt 17.7.4 (bisher: 14.7.4) werden die neuen akademischen Grade Bachelor und Master berücksichtigt. Weiterhin wurde der gesamte Text einer redaktionellen Überarbeitung unterzogen und in diesem Zuge an die aktuellen amtlichen Rechtschreibregeln angepasst. Die Anwendungsbeispiele im Anhange E wurden aktualisiert.

Ansprechpartner

Gottfried Herzog
Burggrafenstr. 6
10787 Berlin
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